Workshop: Fuji-Mittelformat-Objektiv ausbauen

workshop Fuji

Der Japan-Import. Heute möchte ich in einem kleinen „workshop Fuji“ zeigen, wie ich aus einer riesig großen, defekten Mittelformatkamera deren ursprünglich fest eingebautes 3,5/90mm Objektiv operativ entfernt und an die Sony A7 adaptiert habe. Je größer der Sensor, desto mehr kann man grundsätzlich mit Freistelleffekten machen. Am Mittelformat stärker als am Kleinbildformat und an diesem mehr als am APS-C.  Daher schien es besonders interessant, das Objektiv der Mittelformat-Fuji mit seinem stattlichen Durchmesser zu adaptieren in der Erwartung ähnlicher Bildeffekte wie beim 180er Zeiss der Pentacon six. Denn auch dort ist das Objektiv groß und schwer mit stattlichem Durchmesser und  außergewöhnlichem Freistellungs-Potential. Die damit aufgenommene Sylter Buhnen-Serie muss ich Euch demnächst mal vorstellen. Aber genug off topic.

Die Kamera wurde zu erschwinglichem Preis direkt von Japan aus verschifft und  in die Bucht geschwemmt. Wer in Europa keine findet und eine importieren möchte, sollte sich der der Versandkosten und Zollgebühren bewusst sein. Wen das nicht abschreckt, kann viel Spaß haben. Erstmal ausgepackt ist man beeindruckt, ob des gewaltigen Gehäusevolumens.

Bild 2: Bei diesem Modell fällt das Zerlegen recht einfach: An der Innenseite werden vier gut zugängliche Schrauben gelöst, die das Objektiv halten.

Bild 3-4: Unter Umständen sind die Innenseiten der Linsen beschlagen und können anlässlich dessen mit einem weichen Putztuch vorsichtig gereinigt werden. Zum anderen kommt man an die ebenso störenden wie überflüssigen Verschlusslamellen ran, um diese mit einer flachen Zange zu entfernen.  Oftmals sind nur zwei winzige Kerben am äußeren Rand eines Glases sichtbar, in die man mithilfe einer Schieblehre eingreifen und eine vorsichtige Drehbewegung ausführen kann. Achtung: Bei Abrutschen mit etwas zuviel Kraft besteht die Gefahr, die Linse zu zerkratzen! Im Anschluss wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammenbauen.

Bild 5-6: Danach einen Adapter auswählen, bei dem der Abstand zwischen Linse und Sensor passt, kann man durch davor halten und durch den Kamerasucher schauen leicht testen. Ich hatte zufällig einen passenden Rollei-Adapter meiner Objektive mit QBM-Bajonett rumliegen, mit dem das Objektiv auf „unendlich“ scharfgestellt werden kann. Mit einem UHU- Zweikomponentenkleber wird dann das Objektiv auf die Rollei-Seite des Adapters geklebt und aushärten lassen.

Bild 7-9: Den Adapter mit der E-mount-Seite an die Kamera anschließen und die Funktion testen. Bei manchen Kameras muss sinngemäß „ohne Objektiv auslösen“ aktiviert werden, zumal die Kamera das Objektiv sonst nicht erkennt. Die Bildergebnisse des Objektivs an der Sony sind ganz beachtlich, wie man sehen kann.

 

 

Schwierigkeitsgrad: fortgeschritten

 

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