Workshop: Canon EX Satzobjektive adaptieren

Canon EX EE Rücklinse ausbauen und Satzobjektive wechselbare Frontlinsen 1,8 50 mm, 3,5 35mm, 3,5 95 mm adaptieren

Canon EX EE und EX Auto

Die Canon EX EE (Abb. 1) ist von 1969-1973 gebaut worden, mein Exemplar wurde im Juni 1971 gekauft und dessen Haptik und Sucher erinnern bereits an meine AE-1 anno 1978. Aufgrund der Blendenautomatik als  herausragendes Ausstattungsmerkmal sorgte bei dieser Einsteiger-Spiegelreflexkamera dafür, dass auf einen Blendenring am Objektiv ganz bewusst verzichtet wurde. Manuell war die Blende mit einem stufenlosen Regler am Rückspulhebel beeinflussbar, indem sie bei vorgewählter Verschlusszeit anhand einer Skala im Sucher kontrolliert werden konnte. Vor der Adaption habe ich mangels eines Objektivrings den Blendenwert 8 vorgewählt, um die Schärfentiefe für den Objektivtest zu maximieren.

Mit ihrer Belichtungsautomatik hatte die Canon den damaligen Mitbewerbern Zeiss und Voigtländer bereits die Messung bei Offenblende voraus. Das Sucherbild ist hell und die weit geöffnete Blende schließt erst beim Auslösen auf den gemessenen Wert. Wie bei ähnlichen technischen Lösungen von Kodak (Retina Reflex) und Zeiss Ikon (Contaflex) waren Blende, Fokussierung und Rücklinse fest im Gehäuse verbaut, während die Frontelemente als kostengünstige „Satzobjektive“ gewechselt werden konnten (Abb. 2). Neben dem Standard 1,8/50 standen drei weitere Wechselobjektive ( 3,5/35, 3,5/90 und ein 3,5/125mm) zur Auswahl.

 

Die wechselbaren Frontlinsen sind zwar mit einem M39-Gewinde ausgestattet, ein Adaptieren nur der Frontelemente wäre jedoch ohne die zugehörige Rücklinse aus der Kamera unvollständig. Es galt daher, das Rückelement aus dem Kamera-Gehäuse auszubauen, mit einer individuellen Adaptionslösung zu versehen und so die mechanische Anbindung an eine aktuelle Systemkamera herzustellen. Der Ausbau des Rückelements war in 15 Minuten erledigt, alles ist frontseitig zugänglich. Nach dem Lösen einiger Schrauben der Gehäuseverkleidung und der Grundplatte hat man den hinteren Objektivteil in der Hand (Abb. 3-8).

Ein ausgedienter Rollei QBM-FX-Adapter hat nach Ausschrauben des Inlays passt perfekt zum Durchmesser des Rückelements. Das Fuji-Auflagemaß des Adapters sorgt für den richtigen Abstand zum Sensor, um „Unendlich“ zu erreichen. Nun mit einem Zweikomponenten-Epoxidharzkleber den äußeren Rand mit dem Adapter verkleben und aushärten lassen. Damit sind alle EX-Wechselobjektive am Fuji X-System einsetzbar (Abb. 9).

Mit der Adaption des Nachfolgemodells EX AUTO und des hierzu ergänzten 125mm-Tele als viertem Satzobjektiv habe ich das komplette Set nun auch für die Sony (Abb. 10) zugänglich gemacht. Die Rücklinse der EX AUTO ließ sich ebenso einfach vom Gehäuse entfernen wie beim Vorgängermodell. Im Gegensatz dazu war allerdings die Blende der AUTO mit der Vorspannung einer Feder geschlossen gehalten. Diese Feder habe ich entfernt und diesmal die Blende maximal geöffnet.

Als Innovation bot die EX AUTO eine Blitz-Belichtungsautomatik, bei der die Entfernung von der Kamera gesteuert wurde. Hierzu wurde mit einem Kippschalter auf einem zusätzlichen Zwischenring den Entfernungsring verriegelt. Entfernt man diesen Zwischenring, passt der Durchmesser des Rückelements perfekt in einen M42-NEX-Adapter und bringt die Gläser auf den passenden Abstand zum Sony-Sensor. Zum exakten Zentrieren habe ich beim Klebefixieren die Madenschrauben, die normalerweise das entfernte Inlay halten, gleichmäßig angezogen.

Schwierigkeitsgrad: leicht

 

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