Die Fuji GFX50

Die erste handliche und vermeintlich erschwingliche Mittelformatkamera kommt von Fujifilm. Zuvor gab es nur relativ große, noch teurere DSLR. Als Fujifilm dann vor ein paar Jahren auf der Kölner Photokina das Mittelformat-System GFX vorgestellt hat, hat dies bei mir sofort Begehrlichkeiten geweckt. Nur der Neupreis konnte mich vorerst davon abhalten. Allerdings konnte man sich bereits vorstellen, dass sie gebraucht irgendwann bezahlbar werden könnte. Nach drei Jahren war es nun endlich soweit, dass eine gebrauchte GFX 50S und eine GFX50R den Vergleich antreten sollten. Mit dem Überspringen des Vollformats, dessen Marktanteile ohnehin bereits umkämpft sind und dem direkten Vorstoß ins Mittelformat hat Fuji die bisherigen Mitspieler geschickt rechts überholt. Pentax, Mamiya & Co. scheinen indessen noch immer untätig in einer Schockstarre zu verharren, während der Mittelformat-Platzhirsch Hasselblad mehr den Profi im Blick zu haben scheint.

Das Modell GFX 50R, das anmutet wie eine überdimensionierte x-pro hatte ich eine Weile getestet, um quasi eine moderne „Texas-Leica“ nachzubauen. Bestehend aus einer aktuellen Systemkamera im Rangefinder-Design und den Mittelformat-Wechselobjektiven der riesigen Fujica Fujinon GL 690 aus den 1970er Jahren. Inzwischen betreibe ich die Optiken an der 50S, aber die Idee war ursprünglich vom R-Modell inspiriert.

Fuji zielt wie schon in ihrem APS-C- Programm auch hier auf zwei Zielgruppen: Das Modell S soll die Spiegelreflex-Fotografen ansprechen und das Modell R zielt mit dem Messsucher-Design auf das Leica-Lager ab, welches bereits an der X-pro seinen Gefallen gefunden haben dürfte. Mich haben schlussendlich die Haptik und Bedienung der 50S überzeugt und der Ersatz des Steuerrades durch einen Joystick beim Modell R war für mich das k.o.-Kriterium. Diese Bewertung ist natürlich rein subjektiv. Tests zu den Kameras gibt es im Netz bereits genügend, meine hier geschilderten subjektiven Eindrücke sind mehr emotionaler Natur. Die Haptik ist hervorragend, das Gehäuse liegt deutlich besser in der Hand als das optisch kompaktere der GFX-R in Rangefinder-Optik. Das Bedienkonzept ist ebenso analog wie intuitiv. Das Fokus-Peaking, die farbige Kantenanhebung ist inzwischen jener der Sony-Modelle ebenbürtig. Das Zusatzdisplay auf der Gehäuseoberseite nutze ich eigentlich nicht. Unverständlicherweise lässt es sich aber nicht ganz deaktivieren, es verbraucht sogar unnötig wenn auch minimal Strom, selbst wenn die Kamera ausgeschaltet ist!

Das Modell GFX 100 dürfte sich vorrangig im Profilager bewegen, zumindest preislich. Daher soll es zwar nicht unerwähnt bleiben, es hatte aber keinen Einfluss auf meine Überlegungen.

Eine Liste bereits adaptiert getesteter Mittelformat-Optiken finden Sie unter manuelle Objektive.