Manuelle Optiken nun auch am digitalen Mittelformat!

Dies ist der Beginn einer neuen Ära. Die Markteinführung digitaler Systemkameras wie der Sony A7 mit adaptionsfreundlichem Auflagemaß hat vor einigen Jahren die Nutzung manueller Optiken erstmals im digitalen Vollformat ermöglicht. Bislang entsprach das maximale Sensorformat einer Systemkamera also der Größe eines Kleinbild-Negativs. Derzeit erschließen nun immer größere Kamerasensoren den Zugang zu inzwischen erschwinglichen Mittelformatobjektiven, während nur die besten für das Kleinbildformat gerechneten Objektive mit höchster Randschärfe deren Auflösung standhalten. In den nächsten Wochen werden einige Beiträge hierzu veröffentlicht.

Die Mittelformat Systemkamera Fujifilm GFX 50S

Mittelformatobjektive entdecken: Pentax 645, Pentaconsix (Zeiss), Fujica Fujinon

Was macht das Ganze für Fotobegeisterte nun so begehrenswert? Der dank deutlich verbesserter elektronischer Sucher und Displays verzichtbare Spiegelkasten einer DSLR ermöglicht Systemkameras in kompakterer Gehäusegröße. Das Sony Vollformatmodell A7 der ersten Generation mutet inzwischen wie eine kleine Immerdabei an, während die Mittelformat-Fuji gerade mal der Dimension einer Canon-DSLR entspricht. Ferner ermöglichen optimierte Sensoren höhere ISO-Werte bei geringerem Bildrauschen, was schnellere Verschlusszeiten ermöglicht und den Einsatz lichtschwächerer Objektive begünstigt. Die hohe Auflösung der großen Sensoren erlaubt das Hineinzoomen in Bildausschnitte mit ungeahntem Detailreichtum.

Die elektronische Kantenfärbung des Schärfebereichs und der Einsatz einer Fokuslupe im Sucher machen manuelles Fokussieren zum Kinderspiel. Außer für bewegliche Ziele sind hochpreisige Autofokus-Objektive daher durchaus verzichtbar. Inzwischen bietet der Markt bezahlbare Adapter für fast jede Objektiv-/Kamera-Kombination sowie zahlreiche Bastellösungen. Für das weitverbreitete Canon EOS-System sind sogar Adapter mit Blendenübertragung erhältlich. Und die Besitzer von analogen Mittelformatkameras können ihre Objektive weiterhin an deutlich handlicheren Systemkameras einsetzen.

(Stand August 2019)

Was bereits zuvor im Vollformatbereich geschah: 2014 habe ich mit dem Kauf meiner ersten Sony Systemkamera eine folgenschwere Entscheidung getroffen.

Wer die manuellen Objektive von Opas Fotoapparat an einer aktuellen Digitalkamera einsetzen möchte, findet hier Rezepte dazu. Spätestens seit der Einführung bezahlbarer digitaler Systemkameras kommen die wohlbehüteten und zum Teil vergessen geglaubten Wechselobjektive der 1950er bis Siebziger Jahre zu neuen Würden. Vielfältige Adapterlösungen und Kamera-Features wie digitale Fokussierhilfen haben einen wahren Hype nach alten Objektiven ausgelöst. Besonders sexy daran ist, dass der Sensor dieser Vollformatkameras dem Format damaliger Dias oder Negative entspricht. Wir sind also angekommen.

Bestimmte Optiken stehen für eine eigenständige Bildcharakteristik, die man bei aktuellen Objektiven trotz hervorragender Qualitätsmerkmale oft schmerzlich vermisst. Objektive mit solchem Eigencharakter und herausragende Kameras sind Gegenstand dieser Webseite.

Linsengerichte mit Objektiv-Legenden: manuelle Objektive Zeiss Ultron 1,8 50
Objektiv-Legende für Linsengerichte: Zeiss Ultron 1,8 50 mit M42-Adapter

Manuelle Objektive

Objektiv-Legenden haben die Digital-Fotografie verändert. Das Besinnen auf Motiv und Bildausschnitt rückt wieder mehr ins Zentrum. Man deaktiviert die Automatik der Kamera und nimmt sich wieder die Zeit, um Blende und Entfernung per Hand einzustellen. Mit Ausnahme von Tier- oder Sportaufnahmen kann ohnehin gelassen auf eine Autofokus-Funktion verzichtet werden. Bei Fujis Retro-Kameradesign, orientiert an alten Messsucher- und Spiegelreflex-Kameras, finden sich Fotofreunde mit dem analogen Bedienkonzept sofort zurecht.

Wer sich mal den Spaß gemacht hat, in eine alte Spiegelreflex-Kamera der 50er-70er Jahre einen Film einzulegen, wird angesichts inzwischen gestiegener digitaler Ansprüche von den Bildergebnissen ggf. enttäuscht werden. Testet man hingegen eine dieser Objektiv-Legenden von Zeiss, Leitz oder Voigtländer an einer modernen Digitalkamera wird rasch bewusst, was diese Gläser schon damals in der Lage waren zu leisten.

Dieses Blog-Magazin

für analogen und digitalen Fotokult gibt neben Rezepten, Anleitungen und workshops einen ebenso nostalgischen wie emotionalen Einblick in die Erlebniswelt alter Objektive. Es soll anregen, im Netz und auf Flohmärkten Vintage-Objektive zu entdecken und ermutigen, diese an Digitalkameras einzusetzen. In aktuellen Beiträgen wird von den Erfahrungen mit analogen Objektiven berichtet und diese an digitalen Systemkameras getestet. Konstruktive Kommentare und Gastbeiträge sind herzlich willkommen.

Viel Spaß dabei!